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Studiengang
Sozialentwicklung
Soziale
Dreigliederung
als Weg zu Verständnis
und Gestaltung
sozialer Prozesse
Sozialqualifizierende
berufsbegleitende Ausbildung
Der dritte Durchgang des Studiengangs fand vom
Februar
2010 bis Januar 2012 statt (s. die Dokumentation weiter unten).
Ab Oktober 2012
wird es ein neues modiziziertes Studienangebot geben, das modular
aufgebaut sein wird. Näheres über dieses Angebot
demnächst an dieser Stelle. Interessenten können sich als
Termin der Basiswoche bereits jetzt den Zeitraum vom 14.-21. Oktober
2012 vormerken.
(Anreise So Abend, Ende So Mittag. Ort: Studienstätte Unterlengenhardt)
Dokumentation des dritten Durchgangs:
>> Warum ein Studiengang Sozialentwicklung?
>>
Für wen ist der Studiengang ausgelegt?
>>
Termine und Themen der
einzelnen Blöcke
>>
Über die Verantwortlichen
>>
Organisatorisches
>>
Bestellformular
>>
pdf-Version (Flyer) zum Ausdrucken
>>
Plakat zum Ausdrucken
Warum
ein Studiengang Sozialentwicklung
Die
jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele Menschen
aufgeschreckt. Sie hat die Brüchigkeit von Institutionen und
Paradigmen vor Augen geführt, die
lange unerschütterlich schienen und deren Kritiker besten Falls
belächelt wurden.
"Die heutige katastrophale Lage des Finanzsystems ist vor allem Folge
einer
rund 20 Jahre andauernden Irreführung und Fehlleitung durch
falsche
Theorien", so jüngst der berühmte Managementtheoretiker
Fredmund Malik,
der dabei u.a. Shareholder Value und Wertsteigerungsdoktrin nennt.
("Burnout
des Finanzsystems", 22.4.08). An vielen Stellen in unserer Gesellschaft
dämmert
die Ahnung auf, dass ein Neubeginn erforderlich ist. Wie aber
müsste er
aussehen? Wo liegt der Veränderungsbedarf nicht nur unserer
Geldordnung,
sondern unserer gesamten Wirtschafts- und Sozialordnung?
Ein
Ansatz zur Bearbeitung dieser Frage ist die soziale Dreigliederung: Strukturen, die eine
verantwortliche Gestaltung der Verhältnisse durch die Menschen behindern, sind
nicht mehr zeitgemäß. Eine Gliederung des sozialen Lebensgefüges, welche
Freiheit für die Kultur, konsequente demokratische Rechtsstaatlichkeit und
partnerschaftlich-solidarische sowie nachhaltige Formen der Ökonomie ermöglicht,
steht auf der Tagesordnung..
Die
zivilgesellschaftliche Bewegung wandte sich 1989 gegen einen Staat, der die
Kultur unterdrückte und die Wirtschaft bürokratisch bevormundete. Die
zivilgesellschaftliche Bewegung seit 1999 leistet Widerstand gegen eine von
Konzern- und Finanzinteressen bestimmte Ökonomie, die die Kultur ebenfalls
fremdbestimmt und die Demokratie aushöhlt, zugleich auch das Wirtschaftsleben
selbst verformt und seiner eigentlichen Aufgabe entfremdet.
Überall
machen sich Menschen auf den Weg der Suche nach Alternativen. Viele von ihnen
wollen nicht auf Veränderung warten, sondern schaffen alternative und
innovative Einrichtungen und Unternehmen bzw. stellen ihre Fähigkeiten solchen
Einrichtungen und Unternehmen zur Verfügung, wo sie bereits entstanden sind.
Wer
die soziale Welt verändern will, muss sie erkennen - und das heißt vor allem
die menschliche Relevanz aller sozialen Fragen verstehen. Daher bedarf es einer
Sozialwissenschaft, die theoretisch und praktisch zugleich ist und die auf einer
empirisch begründeten Anschauung des Menschen aufbaut. Eine solche
Sozialwissenschaft ist die anthroposophisch orientierte. Ihre Essenz ist die
Sozialgestaltung aus der Anschauung des Menschen als eines der Freiheit und
Verantwortung fähigen geistig-seelisch-leiblichen Wesens. Der Arbeitsansatz der
Dreigliederung des sozialen Organismus ist in diesem Menschenverständnis begründet.
Durch
den
Studiengang ist ein Ort entstanden, wo ein gründliches Studium alternativer
und anthroposophisch orientierter Sozialwissenschaft möglich ist. Da viele
Menschen, die nach einem solchen Studium suchen, bereits beruflich engagiert
sind, muss die Ausbildung notwendig berufsbegleitende ausgelegt sein.
>>
Zum Anfang
Der
Studiengang, dessen erster Durchgang 2006 begann, bietet eine Integration von
Grundlagenarbeit und Praxisfragen, wie sie vom Leben immer mehr gefordert wird.
-
Menschen, die in Einrichtungen Verantwortung tragen, müssen sich mit den
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen und auf diese Einfluss zu
nehmen versuchen, wenn nicht von außen der innere Impuls behindert und unterdrückt
werden soll. Außerdem verlangen Aufgaben in der Führung von Einrichtungen
heute nicht nur entsprechende fachliche Kompetenzen, sondern zugleich eine
erweiterte Sozialkompetenz. Für beides braucht es ein Studium der sozialen
Dreigliederung, das nicht nur das allgemeine Verständnis vertieft, sondern die
Gestaltungsfähigkeiten erweitert, also „sozialqualifizierend“ ist.
-
Auf der anderen Seite brauchen Menschen, die sich in sozialen Bewegungen,
NGOs und Netzwerken als AktivistInnen betätigen, nicht nur ein tiefergehendes
allgemeines Verständnis der nötigen gesellschaftlichen Umgestaltungen, sondern
auch das Gespür für die Probleme, die bei der Umsetzung allgemeiner Leitlinien
für eine andere Welt in die konkrete Praxis entsprechender Einrichtungen
auftreten.
-
Eine dritte Gruppe sind Menschen, die in die skizzierten
Verantwortlichkeiten hineinwachsen wollen und dafür eine qualifizierte
Vorbereitung suchen, während derer sie einstweilen ihre bisherige Berufs- oder
auch Studientätigkeit fortsetzen wollen.
Für
Menschen,
die in dieser Richtung Bedarf haben, ist der Studiengang Sozialentwicklung
ausgelegt.
Methodisch
spielen dabei neben den „klassischen“ Formen wie Impulsreferate,
Arbeitsgespräche, die Bearbeitung von Fragestellungen aus dem Teilnehmerkreis,
praktische Übungen, gemeinsame Zeitbetrachtungen und der Austausch und die
Auswertung der Erfahrungen, die die TeilnehmerInnen aus ihrem jeweiligen
Organisationsumfeld mitbringen, eine wichtige Rolle - wie auch individuell übernommene
Arbeitsaufgaben. Dadurch wird das jeweilige Thema von verschiedenen Seiten her
durchdrungen, so dass lebendige Bilder des sozialen Geschehens und entsprechende
Fähigkeiten entstehen können, die
die Quelle neuer Gestaltungen darstellen können.
>> Zum Anfang
1.
Studienjahr
Arbeitswoche
(6.-12. Februar 2010)
Die
sozialen Konsequenzen individueller Mündigkeit:
Grundlagen
und Aktualität der Dreigliederung des sozialen Organismus
Wochenendseminar (9./10. April 2010)
Selbstverwaltung
und Eigenverantwortung:
Soziale Lebensprozesse und Organbildung
Wochenendseminar
(11./12. Juni 2010)
Fähigkeiten,
Intelligenz, Kreativität:
Die Kraft individueller Impulse im sozialen Leben.
Freiheit und Gesellschaft
Wochenendseminar
(17./18. September 2010
Bedarf,
Arbeitsteilung, Finanzierung:
Solidarität als Gestaltungskraft wirtschaftlicher Prozesse
im sozialen
Organismus
Wochenendseminar
(5./6. November 2010)
Vereinbarung,
Abstimmung, Regelung:
Gleichheit als Grundlage des Rechtslebens in der
Gesellschaft
Wochenendseminar (14./15. Januar 2011)
In
Entwicklungen denken: Nachhaltige Entwicklung
2.
Studienjahr
Arbeitswoche
(13.-19. Februar 2011)
Sozialgestaltung
und Menschenverständnis -
Das Soziale als Übungsfeld menschlicher Entwicklung
Wochenendseminar
(1./2. April 2011)
Der Vertrag als Quelle modernen Rechts -
Der Rechtsstaat als Schutz- und Förderraum
Wochenendseminar
(27./28. Mai 2011)
Perspektiven
und Praxis des assoziativen Wirtschaftens
-
Fragen der Preis- und Einkommensbildung
Wochenendseminar
(16./17. September 2011)
Die
Bedeutung des Eigentums
für
die individuelle und soziale Entwicklung
Wochenendseminar (11./12. November 2011)
Die
Neuordnung des Geldwesens
Verlängertes
Wochenendseminar (12.-15. Januar 2012)
Vom Ganzen her wollen (Arbeit, soziale Sicherung)
-
Abschließende
Intervision der Teilnehmer/innen
Änderungen
bleiben vorbehalten.
>>>
Programme
von Einzelseminaren des 2. Durchgangs als Beispiele für die Programmgestaltung
(PDF) <<<
>>
Zum Anfang
Ort:
Die Arbeitswochen und das abschließende verlängerte Wochenendseminar finden in
der >> Studienstätte
Unterlengenhardt, Burghaldenweg 46, D-75378
Bad Liebenzell-Unterlengenhardt statt,
alle übrigen Wochenendseminare im >> Anthroposophischen Zentrum,
Wilhelmshöher Allee 261, D-34131 Kassel.
Studiengebühren:
Die einfache
Teilnahmebeitag beträgt
€ 1.500 pro Studienjahr, der Förderbeitrag € 2.000. Hinzu kommen Kosten für eine -
preisgünstige - Unterbringung und Verpflegung.
Ökonomisch ist die Durchführung des Studiengangs mit davon abhängig, dass
besser gestellte TeilnehmerInnen den Förderbeitrag bezahlen. Maßgeblich ist
dafür die Selbsteinschätzung.
Bei Härtefällen suchen Sie bitte das
persönliche Gespräch mit uns.
Anmeldeunterlagen
und weitere Informationen:
Institut
für soziale Gegenwartsfragen,
Libanonstr. 3, D-70184 Stuttgart, Tel. 0711 / 23 68 950, Fax 0711 / 23 60
218,
E-Mail: Institut@sozialimpulse.de,
Internet: www.sozialimpulse.de
Udo
Herrmannstorfer
(Dornach); * 1941, Industriekaufmann, Betriebswirt (HWL), volkswirtschaftliches
Studium. Seit 1971 als selbständiger Unternehmensberater tätig mit
Schwerpunkten Organisation und Ausbildung. Studium der Anthroposophie und ihrer
sozialen Impulse. Beratung und Begleitung von Initiativen, die nach neuen Formen
suchen, - vor dem Hintergrund der Idee der Dreigliederung.
Sozialwissenschaftliche Bearbeitung gesellschafts- und wirtschaftspolitischer
Fragestellungen. Internationale Vortrags- und Seminartätigkeit, Arbeit als
Redakteur und Autor. Leiter des Instituts für zeitgemäße Wirtschafts- und
Sozialgestaltung in Dornach.
Mag.
Friedrich Platzer(Wien);
* 1962 - + 2011, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft,
Geschäftsführer
eines autonomen Kulturzentrums, Studium der sozialen Dreigliederung in
Stuttgart
1987, seit 1994 Unternehmensberatung und Organisationsentwicklung mit
dem
Arbeitsschwerpunkt: selbstverwaltete Einrichtungen, Leitung der
Fachgruppe
„Wege zur Qualität, Sozialtherapeuten in Österreich",
langjährige
Erfahrung in der Gestaltung von Entwicklungsprozessen und Lerngruppen
im Rahmen
der Selbstverwaltung; Trainings im Bereich Führung in der
Selbstverwaltung,
Team- und Konferenzarbeit, Kommunikation; verheiratet, 3 Kinder. Einen
Nachruf auf unseren lieben Freund und Kollegen finden Sie >>> hier.
Dr.
Michael Ross (Berlin);
* 1963, Studium der Soziologie, Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Mehrjährige
Unterrichtstätigkeit (Anthroposophie und soziale Dreigliederung) und Mitarbeit
in der Selbstverwaltung in einer freien Hochschulinitiative. Seit 1996 als
selbständiger Berater im Bereich betrieblicher Bildung und Unternehmenskultur tätig.
Vortrags- und Seminartätigkeit, diverse Publikationen. Seit 1998 als Begleiter
und Auditor im Bereich Qualitätsentwicklung in sozialen und pädagogischen
Institutionen tätig. Mitglied des Verfahrenskreises und Leiter der deutschen
Zweigstelle der „Stiftung Wege zur Qualität“.
Prof.
Dr. Harald Spehl
(Trier); * 1940, Studium der Volkswirtschaftslehre. Tätigkeit als Forschungs-
und Lehrassistent an den Universitäten Münster und Köln, 1973-1975 Professor
für Volkswirtschaftslehre an der Abteilung Raumplanung der Universität
Dortmund, von 1975 bis zur Emeritierung 2007 Professor für Volkswirtschaftslehre in Trier.
Arbeitsschwerpunkte sind Regionalentwicklung und Regionalpolitik, Fragen des
Zusammenhangs von Ökologie, Ökonomie und Sozialentwicklung (Nachhaltige
Entwicklung) und Kooperation in Wirtschaft und Gesellschaft. Seit 1990
Neuorientierung auf der Grundlage der Dreigliederung des sozialen Organismus.
Prof. Dr.
Christoph Strawe
(Stuttgart); * 1948, Studium (Philosophie und Sozialwissenschaft). Politisches
Engagement in der Studentenbewegung. Tätigkeit als Referent bei einem
NS-Verfolgten-Verband und als Verlagslektor. Studium der Waldorfpädagogik. 1986
Habilitation an der Universität Jyväskylä (Finnland). Lehrtätigkeit u.a. an
der Freien Hochschule Stuttgart (Seminar für Waldorfpädagogik). Überregionale
Vortrags- und Seminartätigkeit. Buchveröffentlichungen (u.a. "Marxismus
und Anthroposophie"). Geschäftsführer des Instituts für soziale
Gegenwartsfragen Stuttgart, Redakteur der Zeitschrift „Sozialimpulse -
Rundbrief Dreigliederung des sozialen Organismus" der Initiative Netzwerk
Dreigliederung.
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